Freitag, 11. Mai 2007

Nichts los

Es ist ruhig geworden beim Nichtraucherschutz. In den Medien wird derzeit kaum was berichtet. Was die einzelnen Landesregierungen hinter verschlossenen Türen aushecken, ist unklar. Ich werde mal beim Senat hier in Berlin nachfragen. Immerhin ist die große Konferenz schon über einen Monat her und seitdem hat sich nichts mehr getan.
Seit das Wetter in den letzten Tagen nicht mehr dazu einlädt, auf der Wiese zu sitzen, fallen auch die Raucher hier auf dem Campus Mitte der HU nicht mehr so negativ auf. Ist schon unglaublich, wie viele Studenten rauchen. Gerade die sollten es doch besser wissen. Vor ein paar Tagen gab es dazu auch eine Studie. Es ist echt unangenehm, wenn man auf einer Wiese kein Fleckchen Erde ohne Kippen und Asche findet. Auch die Luft ist überall verpestet. Niemand nimmt Rücksicht, nicht mal, wenn Kinder in der Nähe sind. Das ist also die Elite von morgen.

Freitag, 20. April 2007

Die Bauarbeiter waren Schuld

Bin heute auch wieder an der Kamps-Filiale am Hackeschen Markt vorbeigekommen. Und siehe da, es waren keine Aschenbecher mehr zu finden. Auf Nachfrage teilte man mir mit, dass Rauchen nicht gerne gesehen wird. Im Winter sind da wohl über längere Zeit immer viele Bauarbeiter aufgetaucht und man wollte sich den Umsatz nicht entgehen lassen.

Verräucherte Sandwiches

Bin gestern auf dem Weg zur Mensa an der Subway-Filiale in der Reinhardtstr. vorbeigekommen. Da ich meistens die Filiale im Eastgate besuche, wo die Food-Lounge komplett qualmfrei ist, ist mir noch gar nicht aufgefallen, dass bei denen doch tatsächlich das Rauchen erlaubt ist. Und die Filiale ist extrem klein. Schon eine Zigarette dürfte den kompletten Raum ihren bekannten Stempel aufdrücken. Habe gleich mal ne Mail an Subway geschrieben und werde auch mal auf andere Filialen achten.

Ganz anders bei Balzac. Bin gerade das erste Mal seit der Umstellung wieder hier in der Filiale im Domaquaree. Was soll ich sagen? Fast alle Plätze sind besetzt. Es wird sich angeregt unterhalten und niemand raucht. Das Wetter lädt derzeit auch nicht zum Draußensitzen ein, also ein Härtetest für das Verbot. Die Bedienung ist ebenfalls erfreut: "Man stinkt nicht mehr nach Rauch, wenn man rauskommt.", war die lapidare Antwort auf meinen Dank für das Rauchverbot. Ich befürchte nur, dass ich jetzt noch öfter hier sein werde und den leckeren Café genießen werde, worüber meine Geldbörse alles andere als glücklich sein wird. ;-)

Donnerstag, 19. April 2007

Frühling

Die ersten warmen Tage liegen hinter uns und auch das nächste Wochenende lädt wieder zum draußen sitzen ein. Eigentlich ein sehr schöner Gedanke nach den aufregenden Wochen im Februar, März und am Anfang dieses Monats in einem schönen Café an der Spree ein wenig über das Erreichte nachzudenken. So geschehen am Montagvormittag. Ich hatte Glück. Immerhin 30 rauchfreie Minuten waren mir in der Bomibar [1] vergönnt, bevor mich ein bekannter Gestank in die Realität zurückholte. Einen Tisch weiter hatten sich zwei wichtig aussehende Typen niedergelassen und sich sofort Zigaretten angezündet. Ist ja auch selbstverständlich (auf jedem Tisch stehen auch schön Aschenbecher), auch wenn an einem weiteren Tisch ein Opa liebevoll um seinen Enkel kümmerte. Und dann ging es Schlag auf Schlag. Innerhalb weniger Minuten waren wir von Rauchern umzingelt. Warum auch nicht? Ist schließlich erlaubt. Hat in den letzten Wochen irgendjemand ein Rauchverbot im Freien erwähnt? Nein, niemand.
Auch sonst ist es wieder etwas ruhiger geworden, insbesondere nachdem unser lieber Wulff nun scheinbar doch zu einem Verfechter des Nichtraucherschutzes geworden ist. Ob er damit vor Pro Rauchfrei eingeknickt ist, sei mal dahingestellt. Angeblich will er jetzt eines der striktesten Verbote erlassen. Es sollen sogar Strafen verhängt werden. Toll!
In Berlin wurde bisher noch kein Gesetz verabschiedet. In anderen Bundesländern ist man auch noch nicht weiter. Klingt wie eine Entschuldigung. Selbst wenn jetzt etwas verabschiedet werden sollte, würde so ein Gesetz eh erst 2008 in Kraft treten.
Zumindest eins haben diese Wochen bewirkt: Immer öfter nehmen es Nichtraucher nicht mehr einfach so hin, wenn um sie herum geraucht wird. Für Raucher sind die unbeschwerten Zeiten derzeit dahin. Auch einige Gastronomiebetriebe erkennen die Zeichen der Zeit und verbieten das Rauchen. Bin gespannt, wann ich auch im Freien nicht mehr vom Rauch belästigt werde. Wer weiß, vielleicht sitze ich dann mit meinem Enkel in einem Café.

[1] Übrigens, die Bomibar gehört zu den schlimmsten Einrichtungen. Die bieten weder drinnen noch draußen einen einzigen rauchfreien Platz an. Im Winter watet man dort durch dichten Nebel, keine Übertreibung!!! Die angesprochene Bedienung meinte, dass sie auch hofft, dass das Gesetz in Berlin bald kommt. Sie ist auch eine Nichtraucherin.

Dienstag, 3. April 2007

Pro Rauchfrei e.V. stellt Strafanzeige gegen Wulff

Es ist schon Wahnsinn, wie offensichtlich sich Politiker in Deutschland von der Tabak-Industrie kaufen lassen können. Jetzt hat Pro Rauchfrei e.V. Strafanzeige gegen den niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff wegen des Verdachts der Vorteilnahme im Amt und der Bestechlichkeit gestellt.
Vermutlich wird nicht viel dabei herauskommen, aber vielleicht sorgt das für weiterhin hohe Aufmerksamkeit der Medien.

Wie reagiert Meyerbeer?

Nachdem nun hier in Berlin jetzt Starbucks und Balzac (Melodic Ambience berichtete) qualmfrei sind, darf man gespannt sein, wie Meyerbeer reagieren wird. Ich war gerade in der Filiale hier in Berlin-Mitte. Bisher ist noch nichts konkretes geplant, aber früher oder später werde es wohl auch ein komplettes Rauchverbot geben, so die Aussage eines Mitarbeiters. Ich habe gerade noch eine Mail direkt an Meyerbeer geschrieben. Wenn die Antwort da ist, werde ich berichten. Für mich ist es besonders interessant, weil ich an der Filiale sehr oft vorbeikomme. Wäre schon toll, wenn man auch dort mal etwas länger sitzen könnte. Immerhin gibt es in der Filiale schon länger einen Nichtraucherbereich, der in dem relativ kleinen Laden jedoch nicht allzu viel gebracht hat.

Mittwoch, 28. März 2007

Kniefall vor der Tabaklobby (Update)

Gerade gab es einen sehr interessanten Beitrag zum schwindenden Nichtraucherschutz bei Frontal21. Das habe ich vorhin leider noch nicht gewusst. :-/ Derzeit gibt es den Beitrag noch nicht in der ZDFmediathek zum Herunterladen, aber vielleicht ändert sich das ja noch. Eine Zusammenfassung zu dem Beitrag gibt es aber hier.
Der Beitrag gab noch mal nen guten Überblick über die ganzen politisch Verantwortlichen wie Wulff, Müntefering, Struck usw. Hervorgehoben wurde die Rolle von Lothar Bindung. Ich hoffe nur, dass er nicht aufgibt. Es ist sicher frustrierend, wenn man ständig gegen die eigenen Parteigenossen anrennen muss, die in den entscheidenden Positionen sitzen.

Update vom 28.03.: Der Beitrag ist jetzt in der ZDFmediathek abrufbar.

Dienstag, 27. März 2007

Beim Nichtraucherschutz beginnt die Entbürokratisierung

Es ist unglaublich, was als Begründung herhalten muss, um einen konsequenten Nichtraucherschutz zu verhindern. Freiheit, die Vorteile des Föderalismus und jetzt, ganz neu, die "Entbürokratisierung". Um eine Bürokratisierung des Nichtraucherschutzes zu vermeiden, sollen in Niedersachsen nämlich keine Bußgelder erhoben werden, wenn Rauchverbote missachtet werden. Wenn man so eine weitere Bürokratisierung verhindern will, braucht man das Gesetz doch gar nicht erlassen.

Gefunden via Faz.net

Der Föderalismus ist schuld

Nach Justizministerin Brigitte Zypries ist Unions-Fraktionschef Volker Kauder schon der zweite Politiker, der den Flickenteppich beim Rauchverbot mit dem Föderalismus verteidigt. Dabei ist der Föderalismus nicht nur beim Rauchverbot eher hinderlich. Auch im Bildungssystem, wo die Bundesländer nach der letzten Föderalismusreform mehr Kompetenzen erhalten haben, ist der Föderalismus eher kontraproduktiv. Also, was sind die Vorteile des Föderalismus? In allen zentral regierten Ländern um uns herum ist man in Sachen Nichtraucherschutz schon um einiges weiter (übrigens auch in der Bildung ;-) ).

Wie ich gerade gelesen habe, sieht es mit dem Rauchverbot in Niedersachsen immer schlechter aus. Mittlerweile sollen auch in ganz normalen Speiserestaurants ohne abgetrennte Zimmer Ausnahmen möglich sein. Mal sehen, wann wir dank Herrn Wulff nur noch in Ausnahmefällen Restaurants mit Rauchverbot finden. Das nennt Herr Wulff dann übrigens „Freiheit“! Auch in Mecklenburg-Vorpommern denkt man wohl über Ausnahmen nach.

Bin heute endlich mal an der Balzac-Filiale am Domaquaree hier in Berlin vorbeigekommen. Die scheinen es tatsächlich ernst zu meinen. :-) Nur noch 5 Tage ... Schade nur, dass im Freien weiter geraucht werden darf. Ist mir im letzten Sommer oft so ergangen, dass man sich draußen in der Sonne ein ungestörtes qualmfreies Plätzchen gesucht hat, sich aber kurz darauf Raucher dazugesellt haben. Und wenn alle Fenster des Restaurants offen sind, wird man wohl auch wieder im Restaurant belästigt werden. Ob ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit jemals Realität werden wird? *träum*

Donnerstag, 22. März 2007

Großer Schritt?

Sicherlich haben wir heute „den größten Schritt beim Nichtraucherschutz, den es in Deutschland je gegeben habe“, gesehen, wie es der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ausdrückt. Aber gab es zuvor schon einen Schritt? Doch, irgendwann, wahrscheinlich noch vor meiner Zeit, wurde es in Bussen verboten. Noch was?
Zumindest wird es in öffentlichen Gebäuden, Bildungs-, Freizeit- und Kultureinrichtungen und auch in Diskotheken ein umfassendes Rauchverbot ohne Ausnahmen geben. Oh man, ich werde feiern, wenn an meiner Uni nicht mehr geraucht werden darf. Leider bin ich dann wohl fast mit dem Studium fertig. Egal, dann kann ich zumindest mal in eine Disko. ;-)
Unglücklicherweise gilt das Rauchverbot ohne Ausnahmen nicht für die Gastronomie. Einige Ministerpräsidenten, wie der eingangs erwähnte Wulff, haben sich mit ihren Wünschen nach Ausnahmeregelungen für die kleine Eckkneipe - was auch immer das sein soll - durchgesetzt. Auch Bayern, was sich in den letzten Tagen oft als Vorreiter in Sachen Nichtraucherschutz gesehen hatte, wird wohl das Rauchen in Festzelten weiterhin erlauben. Bei anderen Bundesländern verhält es sich ähnlich.
Bin gespannt, wie sich das in den nächsten Monaten noch entwickeln wird. Noch ist nämlich rein gar nichts entschieden. Jetzt müssen erst alle Landesparlamente Gesetze für ihre Länder beschließen. Also auch in Ländern mit Ministerpräsidenten, die heute noch meinen, bei ihnen wird es keine Ausnahmen geben, kann sich noch einiges ändern. Erfahrungsgemäß haben Politiker nur ein rudimentär ausgeprägtes Erinnerungsvermögen, besonders wenn die Aufmerksamkeit der Medien nachlässt. Außerdem werden die Tabak-Lobby und der Hotel- und Gastronomieverband (Dehoga) nicht aufgeben und die Politiker mit ihren „Argumenten“ zuhäufen.
Von einem konsequenten Nichtraucherschutz sind wir in Deutschland also noch weit entfernt. Wir werden aber weiterhin über die aktuellen Entwicklungen informieren. Morgen besteht jedenfalls erst mal die Möglichkeit, beim Culinary-Day hier in Berlin seinen Frust herauszulassen. Los geht’s 19 Uhr im Barcomi's.

Gefunden via Spiegel-Online und Tagesschau.de